KNAPPENSEE REBELLEN E.V.
Bürgerinitiative Knappensee im Bündnis mit den Betroffenen des Silbersees
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Vorstand Werner Petrick (Vorsitzender) Axel Schneider (Stellv. Vorsitzender) Ursula Röder (Schatzmeisterin)
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KNAPPENSEEREBELLEN e.V. , Koblenzer Hauptstraße 8, 02999 Lohsa OT Koblenz: < Recherche – Bericht > Autoren: Werner Petrick , Axel Schneider Nachträgliche Sanierung am Tagebaurestsee der WERMINGHOFF I, Knappensee / Lohsa , ein problematischer geotechnischer Ansatz Zusammenfassung: Der Knappensee ist ein Restsee (TRS) des ehemaligen Tagebaues WERMINGHOFF I. Die Ufer- böschungen bestehend meist aus dem gekippten Abraum, da der TRS auf der Kippe liegt. Die Ufer sind nach dem Auskohlen abschnittsweise, extrem abgeflacht und aufgeforstet worden. Der An- stieg des Grundwassers im See erfolgte schon nach 1945, bis zum Bau des Hochwasserschutz- dammes 1953. Vom wieder aufsteigenden Grundwasser nach 1996 ist deshalb der Knappensee nicht berührt. Damals wurden im Lausitzer Revier die Pumpen der Grundwasserabsenkung abge- stellt. So unterscheidet sich die Situation an der WERMINGHOFF I grundlegend von den Restlö- chern, die im Sümpfungstrichter des Reviers liegen. Wenn nach dem ersten Durchgang des Grundwassers die Rutschungsgefahr nicht mehr gegeben ist, war die Standsicherheit der Kippen- bereiche des Knappensee spätestens nach 1953 vorhanden. Die These der Braunkohlebergbau- Sanierer, setzungsfliessgeeignete Kippenböden, können sich bei Eintrag eines äußeren oder inne- ren Initiales verflüssigen, ist die Behauptung für die Gefahrenlage und begründet die nachträgliche Sanierung des Knappensee. Ist diese Gefahrenbehauptung für den TRS der WERMINGHOFF I anwendbar ? Die dazu hiermit vorliegende Recherche untersucht und verneint dies. Belated redevelopment at the remnant open-cast mining lake of WERMING-HOFF I , Knappensee/Lohsa, a problematic geo-technical approach Knappensee is a remnant lake of former open-cast mining site WERMINGHOFF I. The embankments consist mostly of tipped slag because the remnant open-cast mining lake is stanted. After the mining zuded the embankments were flattened and afforested in an extreme manuar section after section. The increase of the lake's ground water already happened after 19 45 until the construction of the high water protection dam in 1953. Therefore Knappensee hasn't beenaffected by the re-increase of the ground water after 1996. Back then the pumps of the ground water reduction in the Lusatian mining are were deactivated. For this redson there's a significant difference between the situation at WERMINGHOFF I and the remnant former sites that can be found inside marsh crater of the mining areal. Since there isn't ung danger of landslides anymore after the first passage of the ground water, the embankments have been secure at least from 1953 onwards. The thesis of the redevelopen of brown coal minings that tipped surfaces could liquity due to the entry of anexternal or internal event and this is also reason given for the belated redevelopment of Knappensee. Is this something that is valid for the remnant open-cast mining lake WERMINGHOFF I ? The research in this regard denies this clearly.
Gliederung: 1 . Grundwasserwiederanstieg 1 . 1 Seen – Geschichte (n) 1 . 2 . Gefahrenabwehr – Staatsmacht ohne Leitplanken 1 . 3 . Natur-und Landschaftsschutz 1. Initiale und ewige Gefahr 1. Aktualisierungszwang 1. Literatur 1 . Grundwasserwiederanstieg 1 . 1 Seen – Geschichte(n) Die in Sachsen vorhandenen 32 Bergbaufolgeseen [1] haben 3.750.000 m² Wasserfläche und Ufer von etwa 340 km mit zur Verflüssigung geeignetem Material. [ 2] Die Anzahl der aufgetretenen geotechnischen Ereignisse um die Restlöcher im Sümpfungstrichter des Lausitzer Revieres sind von 2006 bis 2011 mit 42 Stck beziffert.[3] Bisher sind also wenige Ufer bzw. Böschungen von Verflüssigung betroffen. Der Knappensee ist Teil des Restloches des Braunkohlentagebaues WERMINGHOFF I und bildet dessen größten Tagebau- restsee (TRS). Dieser Teil des gesamten Restloches der Grube, liegt nicht im Sümpfungstrichter des Reviers. Der TRS wird am Ostufer vom höheren Teil der 2,3 km langen Innenkippe begrenzt. Östlich davon liegt der TRS Graureihersee und auf der Westseite der TRS Knappensee. Mit Einstellung der Kohleförderung im Westteil, nach 1937, tat der Eigentümer seine Pflicht, er richtete diesen Teil für die kommende Zeit vor.[4] Dazu wurden die Ränder des Tagebaurestloches maximal abgeflacht und die Kippen aufgeforstet [5]. Keineswegs verblieben unbearbeitete Kippen an den Ufern. Das zeigt zumindest der Betriebsplan zur Rekultivierung aus 1946. Die letzte Rutschung im Tagebau Westteil ,1941, kostete leider das Leben des Pumpenwärters [6]. Die flache Uferausbildung wurde auch für den Ostteil geplant, der, als letzter Teil des Tagebaues, 1945 ausgekohlt war. In den Wirren dieses Jahres flutete das Flüsschen Schwarzwasser den Westteil der WERMINGHOFF I. Das Wasser stieg ca. 18m über Tagebausohle bis etwa auf 113 m NHN. Der so entstandene „See“ war etwa 5m tief, weil er sich auf der Kippe bildete. Der Abraum der Grube wurde fast komplett als Innenkippe verstürzt. So erschöpfte sich für den übergroßen Teil der Kippe die Setzungsmöglichkeit. Er liegt unter Wasser. Von den 50 Millionen m³ bewegtem Abraum der WERMINGHOFF I wurden etwa 1% als Innen-Hochkippe über dem jetzigen Ufer des Knappensee abgelagert. Die Höhe dieser Kippe über dem Seespiegel beträgt ca.20 m im Maximum, der Uferabschnitt dazu ist etwa 400m lang und ebenso breit. Der Tagebau wurde etwa seit 1917 betrieben. Für Förderung und Verkippung, waren die unterschiedlichsten Technologien im Einsatz. Nicht nur deshalb haben die TRS - Kippen eine sehr heterogene Struktur. Auf dem trockenen, höheren, Teil der Innenkippe, wurde nach 1943, die noch heute genutzte Straße von Koblenz nach
Knappenrode errichtet. Mit Fertigstellung des Hochwasserschutzdammes am Westufer, längs der B96, von Groß Särchen nach Maukendorf, anno 1953, war der Wasserspeicher auf einen Pegel von über 126m NHN ertüchtigt und die allgemeine Seenutzung eingeleitet. Während die Grubensohle 30m unter dem Pegel liegt, ist der Knappensee, mit 12 m größter Wassertiefe und einer General-Böschungs-Neigung an den Ufern von etwa 1 : 15, auch unter Wasser, geboren. Damit entsprechen alle Uferböschungen noch den heutigen Vorschriften. Fertig geplant war die Nachnutzung des Sees 1958. Als nicht bebaubar, wurde allein das Steilufer Knappenrode von der Ostufer-Innenkippe ausgewiesen. [7] Geotechnische Rutschungsereignisse registrierte man danach am See bis heute keine, denn die oft angeführte Rutschung von 2004 fand beim Nachbarn, am TRS Graureihersee, statt. Setzungen, die durch Anstieg des Grundwassers in Kippen entstehen und von hoher Bedeutung seien, waren den Fachleuten schon 1964 bekannt.[8] Auch der damalige Rechtsträger des Wasserspeicher Knappensee, das Amt für Wasserwirtschaft, beschäftigte sich um 1962 schon mit den Rutschungen, die alle während des Kohleabbaus ergingen. Eine besondere Maßnahmen erfordernde Situation konnte dabei nicht festgestellt werden, denn danach wurde am See die wesentliche Bebauung für Urlauber und Naherholung ausgeführt. Der Auftrag sich erstmals mit dem Problem Setzungsfließen am Knappensee auseinanderzusetzen, wurde der damaligen Bergakademie Freiberg im Jahr 1981, auf deren eigenen Vorschlag hin, von der Bergsicherung Cottbus erteilt. Bis dato war der See ereignislos in Betrieb. Selbst das schon 1958 als kritisch eingeschätzte Steilufer Knappenrode, war unfallfrei in die Nutzung des Sees, sicher nicht ganz legal, einbezogen. In einer für das Jahr 1985 spektakulären Aktion wurde es abgespült und dieses Ufer, den restlichen Böschungen angeglichen, auf 1 : 10 abgeflacht [9]. Den so entstandenen Strandbereich profilierten Planierraupen. Um den Effekt der Maßnahme nachhaltiger zu gestalten, war der Seewasserspiegel, mit leistungsfähigen Pumpen, unter dessen Auslaufhöhe abgesenkt. Das ganze Seeufer, also die komplette Kippenlandschaft, wurde so der zweiten, kontrollierten, Wasserabsenkung und dem -wiederanstieg nach 1945 ausgesetzt. So war das letzte, heute erkennbare, Risiko aus der Tagebauzeit am TRS Knappensee eliminiert. Die See-Böschungen waren in einem Zustand, der dem für die endgültige Nutzung als Seeufer, entsprach. Den Indikatoren geschuldet, die im Ergebnis zur Betrachtung der Gefahr des Setzungsfließens nach 1981 an der Bergakademie Freiberg vorlagen, wurden für den See, eigennützige Verhaltensanforderungen zur Absicherung, für die Nutzer, formuliert. Nach weiteren 25 Jahren erklärt die Regierung Sachsens 2004 [10] den Knappensee für gefahrlos. Durch den mit Abstellung der Sümpfung 1996 im Lausitzer Revier erzeugten, schnellen, Grundwasserwiederanstieg, füllten sich die Tagebaurestlöcher im Absenkungstrichter rasch. In den noch trockenen Uferböschungen einiger, auch bereits sanierter und noch nicht komplett gefüllter TRS, finden nach 2006 geotechnische Ereignisse als Setzungsfließen oder Geländebruch statt. Der Wirkung des Wassers war offensichtlich nicht die gebührende Beachtung geschenkt worden, obwohl auch darüber bereits seit 1996 exakt berichtet war.[11] Die Folge der Setzungen sind ca. 35 km² behördlich verordnete Sperrzone. Im Ergebnis dieser Sperrzonen-Aktion werden unter anderem dem TRS Knappensee, eine gleichgeartete Gefahr zugeschrieben, obwohl diese außerhalb des Sümpfungstrichters liegen.[12] In einem nicht öffentlichen Vorgang, ist der See nach fast 70 Jahren Nutzung, plötzlich zum bergtechnischen Sanierungsfall der sächsischen Staatsregierung mutiert und es ist unfassbar, wegen des Grundwasserwiederanstieges. Die Dreistigkeit mit der diese Lügen vom Sächsischen Oberbergamt vertreten wurde, verblüfft immer noch. War es das Problem Zeit?